Papers
Foto: Elke Wetzig
Gemälde: Bartolomeo Manfredi
Foto: Bundesarchiv, Bild 183-R52689

Le roi est mort, vive le dieu.

Euhemerismus in der Sacra Historia des Ennius

 

Der frühlateinische Dichter Ennius adaptiert das utopische Werk des Griechen Euhemeros. Seine fragmentarische Sacra Historia ist die Entstehungsgeschichte der römischen Götter. Dass danach Iuppiter, Mars, Venus und Co. einst Menschen waren, ist weniger eine Religionskritik, denn eine Weiterführung panegyrischer Herrscherliteratur. […]

Auf den Schultern von Riesen:

Die Praefatio in Gellius' Noctes Atticae

 

Mit der vorangestellten Praefatio ordnet der spätlateinische Dichter Aulus Gellius sein enzyklopädisches Werk in den griechisch-römischen Kanon ein. Zugleich zieht er darin einen grossen literatischen Rahmen – von der attischen Hochkultur bis zur gellianischen Gegenwart. Wie man die Noctes Atticae lesen muss? Als Bildungswerk. […]

«Alesia? Alesia kenne ich nicht.» Römische Wahrheit bei Asterix

 

«Ganz Gallien!» – «Omnia Gallia est …». Es sind die Chiffren der Antike, die das französische Nationalcomic zu einem der vielschichtigsten seines Genres machen. Ob die Beschreibung der Völker, der Gegenden oder der geschichtlichen Orte: Die Grundmuster und Charaktere im Asterix stammen zum Großteil vom gefürchteten Gegner – von Caesar. […]

Die Trias idealischer Schönheiten:

Die Eindrücke im Cortile delle Statue des Vatikan in Goethes Italienischer Reise

 

Es sei «nur ein Augenblick, in welchem der schöne Mensch schön sei», schreibt Goethe. Mit seinem Aufenthalt im Statuenhof des Vatikan tritt er mit dem Begründer der modernen Archäologie, Winckelmann, in einen kritischen Dialog über das Ideale. Er betrachtet den Laokoon, Torso und Apollo, die Winckelmann als Kunstwerke von höchster Schönheit bezeichnete. […]

Winckelmanns idealistische Beschreibung des Torso im Belvedere

 

«Ich sehe in den mächtigen Umrissen dieses Leibes die unüberwundene Kraft des Besiegers der gewaltigen Riesen.» Nur dass Winckelmann eigentlich nichts erkennen kann als einen Steinkörper ohne Kopf und Gliedmassen. Dennoch ist der Helden-Torso für den Altertumswissenschaftler und Gründer des deutschen Klassizismus voll idealer Schönheit. […]

Im Paradoxen erscheint die Wirklichkeit Das Groteske in Friedrich Dürrenmatts Der Besuch der alten Dame

 

Die Verwendung des Grotesken zieht sich wie ein roter Faden durch das Werk Dürrenmatts. Ausgehend vom theoretischen Begriff und dessen Abgrenzung zu Paradoxie, Parodie, Absurdes und Satire werden Gestalten und Bilder der Komödie in Hinblick auf Groteskes untersucht und interpretiert. […]

Franz Fühmanns Marsyas:

Das antike Mythologem als Topos in der DDR-Literatur

 

Viele Schriftsteller wenden sich in den 1970er Jahre der ausserhistorischen Welt des Mythos zu. Im Wettkampf zwischen Marsyas und Apoll etwa geht es um Herrscher und Beherrschte, Sieger und Besiegte. Die Antike wird zur Parabel der Moderne. […]

Die Grossstadt in der Lyrik des Expressionismus:

Mythologisch-grossstädtischer Hintergrund in Georg Heyms Der Gott der Stadt

 

Der heidnisch-wilde Gott Baal wütet durch die Metropole, zerstörerisch, grausam. In Heyms Gedicht treten Mythologie und Stadt in Verbindung. Am Vorabend des Ersten Weltkriegs malt der Dichter ein lyrisches Inferno. […]

Eine Analyse der Buchpreisbindung in der Bundesrepublik Deutschland

 

Die einen halten die gesetzliche Buchpreisbindung als einen unrechtmässigen Eingriff in den freien Wettbewerb. Die anderen sehen den Buchmarkt als kulturpolitische und ökonomische Besonderheit und fürchten beim Wegfall sowohl um Titelvielfalt als auch um Veröffentlichungen abseits des Bestsellergeschäfts. Die Arbeit zeigt Szenarien auf. […]

SEBASTIAN FISCHER

Berlin

 

 

 

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